Der faule Zauber

Es soll einmal einen Zauberer gegeben haben, der nicht wußte, was er zaubern solle. Darauf zauderte er, und sein Zauber verfaulte langsam. Als er den Zauber öffnete, soll er nichts mehr als leere Kartoffeln enthalten haben.

Gerade uns, die wir in einer schnellebigen Zeit leben, sollte diese kleine Überlieferung, die ich in einem alten Indianerbuch fand, etwas zu sagen haben. Erleben wir doch täglich, wie sich die Raupe der unzähligen Unpaarhufer über die gesamte Wegstrecke verteilt.

"Das sind doch lediglich die Aussagen eines einzigen", höre ich nun schon einige Kritiker argwöhnen. Doch sind wir nicht dennoch, oder gerade deshalb, wie alle anderen, aufgefordert, dieser Idee Genüge zu leisten? Haben wir in den letzten 24 Jahren nicht genug von dem, was uns einst soviel bedeutete, selbst über Bord geworfen? Und ist das Bord nicht selber schon der Fehler, den viele Menschen ihr Leben lang zu spüren bekommen, sei es von den eigenen Vielbeinern oder ungleich Betrauten?

Nun, diese Frage wird noch lange unbeantwortet bleiben. In jedem Falle gilt es dennoch den geebneten Weg weiterzugehen und den Integrationsprotest in noch stärkerem Maße voranzutreiben. Zumindest das sind wir unseren Gläubigen schuldig.

Versöhnlich zeigte sich letztlich auch der alte Magier, als er, wie die Sage weiter besagt, nach vielen Jahren der Erhaltung ins geruhsame Heim zurückkehrte und doch noch seinen Hunger fand. Wer also den Kopf in den Sand steckt, muß noch lange Zeit warten, ehe er die Bestrebungen des Entsagenden erreicht.

Azbil Barak


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