EIN TAG IM LEBEN EINES STUDENTEN

Ein Tag im Leben eines Studenten...(wieso eines?!?......DES Studenten überhaupt....jawollja...)

An einem wunderschöne Morgen im Jahre des Herrn 199äh.....naja, jedenfalls irgendwann um die Zeit.....

Drama in ganz schrecklich vielen Akten....( merke...ein Akt muß nichts versautes sein, höchstens was schweinisches oder schweinisch faules....)

Die Szenerie.... ein ruhig gelegenes, vollausgebautes, nach modernsten Richtlinien der Kommunikation und Leergutsammelstelle ausgerüstetes Wohn-Schlaf-zensiert-usw- Gemach. Durch das Fenster scheint die frühe Morgensonne gedämpft und läßt den Blick schweifen über eine unter einer Bettdecke verborgene Gestalt, die sich den süßesten Träumen hingibt. Und auf einen schlummernden Zwerchhasen, der in seinem Großraumkäfig seelig auf seiner Holzhütte schlummert...Ein Bild des Friedens und der Stille....jajaa...

Jetzt kommt der Akt.....: der erste.. ---------------------------------------------

06:00: Wecker rappeln (alle 3...)...nicht gehört.....da letzte Nacht bis 3 im LKW gehangen oder in Kneipe gewesen oder sonstwie versackt...

08:00: Erste Lebenszeichen in Form von flimmernden Augenaufschlägen, bedingt durch unerwünschte Nebengeräusche wie zum Beispiel einen heimwerkenden, pensionierten Nachbarn, Müllabfuhr oder einen standhaft, immer noch in den letzten Zügen fiependen Radiowecker....

08:01: Zwergkarnickel randaliert im Käfig, will raus....

08:30: kleiner Zeh prüft vorsichtig Zimmertemperatur, gemeldete Werte können wegen Verschlafenheit des Zehsysops nicht richtig verarbeitet werden, daher Entscheidung, Bettdecke zurückzuschlagen, nicht möglich ....(out of data....oder sonstwas..)

09:00: Rückkehr der logischen Verknüpfungsfähigkeit, sprich erste Gedankengänge wie...hmm...Seminar verpaßt....

09:15: Erste große entscheidende Fragestellung des Tages drängt sich mehr und mehr auf: Sprich: Lohnt es sich überhaupt noch, hinzugehen? ...geschweige denn aufzustehen?

09:30: Langsam zurückkehrendes Pflichtbewußtsein gewinnt langsam Oberhand in dieser schwerwiegenden Diskussion, bedingt durch unfaire Argumentation wie: Lohnt es sich überhaupt, noch weiter zu studieren oder: Bei der Einstellung solltest du gleich wieder arbeiten gehen, hättest du wenigstens wieder Geld und keine Drohbriefe von der Bankl oder sonstigen Gläubigern. Einsetzende logische Denkfähigkeit meldet sich mit Argumentation: Wenn du wieder arbeitest, MUSST du jeden Tag um 5:30 aufstehen...

09:45: Logik hat gesiegt, Bettdecke wird weggeschlagen...

09:50: Unter der Dusche wieder fast eingeschlafen, zur Neige gehender Warmwasservorrat verhindert das schlimmste....

10:15: Einnahme des Frühstückes, bestehend aus zwei-drei Tassen Hallo Wach-Kaffee, meiner Hausmarke...und dem, was der Vorratsschrank sonst noch so an Fressalien beinhaltet

10:30: Ernsthafte Gedankengänge setzen ein, Thema: Wann fährt der nächste Bus....

10:45: Ergebnis der Überlegungen: Lohnt sich nicht, sich zu beeilen, da Bus nicht mehr pünktlich erreichbar..

10:50: Einen Hallo-Wach weiter: Fester Entschluß, den nächsten Bus zu erwischen....um jeden Preis..ob er warten will oder nicht. Feststellung, Bushaltestelle ist nur noch rechtzeitig zu erreichen bei Benutzung des Autos - obwohl nur 750 m entfernt. Also: Wo ist der Schlüssel - ab ins Auto - losfahren Richtung Bushaltestelle...

11:00: Rallye durch Hechtsheim, 5 Omas erschreckt, Verkehrsverstöße werden nicht gezählt, da zu umfangreich...

11:03: Jagd nach passendem Parkplatz freigegeben....

11:11: S-Bahn gerade noch gekriegt, Lektüre der passenden Skripte wird eingeleitet...

11:13: Fahrkartenkontrolle, Pech, da Studentenausweis zuhause auf Schreibtisch liegt, bzw. gerade an Kumpel verliehen oder verloren....oder....

11:15: Diskussion mit Kontrolleur erfolgreich beendet, da er das von mir bereits kennt....

11:40: Glorreiche Ankunft im Tempel des Wissens...Aufsuchen der Cafeteria, da nächster Event eh erst um 12 Uhr....

11:41: Begrüßung der Kumpels in der Cafete, Besprechung des verpaßten Tagesablaufes mit Fazit, daß es kein Fehler war, zu verschlafen, anschließende sinnierende Diskussion über Länge des Studiums, falls man es jeh zu Ende bringen sollte.....was sich ja nicht oder nur teilweise ausschliessen läßt...

12:00: Packen der nötigen Utensilien für die nächste Vorlesung, Erwerb von lebensnotwendigen Utensilien wie Mars, Kaffee, Fanta Cola o. ä......

12:07: Glorreicher Einzug in den mäßig besuchten Hörsaal.....

12:07- 13:30:Laber baber Rharbarber laber murmel.....gähn.....träum...dusel..

15:00: Aufsuchen der geeigneten Bushaltestelle zwecks Erreichens des Mainzer Hauptbahnhofes mit den dort verkehrenden Bussen und Straßenbahnen....

16:00: Ankunft an der Heimathaltestelle...

16:03: ÄRGER ON, weil man wieder mal die Parkscheibe vergessen hat oder im Halteverbot stand oder oder.....

16:04: Zerrreissen und Wegschmeissen des auf der Windschutzscheibe befindlichen amtlichen Mitteilungsblattes, respektive Knöllchens; Verwünschung sämtlicher Wegelagerer und Blaumützen im Dienste der Stadtverwaltung.....

16:30- 18:00 Erholung von den Strapazen des Tages, Erledigung der anstehenden Pflichten, wie Aufräumen, Pollen, Essen, Telefonieren, Post bearbeiten, Autowaschen oder Reparieren, Entgegennahme von Telefonaten und und und.....

20:30: Anfang der Nebenbeschäftigung bzw. Ankunft von irgendwelchen Bekannten oder Freunden bzw. frühzeitige Flucht VOR deren Ankunft in eine geeignete Freizeitstätte wie Kneipe o. ä....

00:00- 03:30: Heimkehr von Freizeit (selten) oder Nebenbeschäftigung oder sonstwoher..(is ja egal, wo ich meine Abende verbringe, gelle...)

03:35: Rauchen einer Gute Nacht-Zigarette mit philosophischer Betrachtung des abgelaufenen Tages mit der Feststellung, was man mal wieder alles verpaßt bzw. nicht erledigt bzw. gar nicht mitgekriegt hat....

03:38: Ausdrücken der Gute Nacht Zigarette, Fassen des alten Vorsatzes: Ab morgen geht es anders ab....mit nachfolgendem Schlafanfall.....